Investieren Frauen anders? Impact Investing in nachhaltige Geldanlagen

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Die Nachfrage nach nachhaltigen und sinnvollen Geldanlagen steigt, wie die zunehmende Nachfrage nach nachhaltige Geldanlagen zeigt. Nachhaltige Investitionen in die Zukunft sind eine Thematik, die uns alle betrifft, die aber (leider) bisweilen hauptsächlich nur einen Teil der Gesellschaft anspricht. Besonders Frauen sind vom Thema Finanzen oftmals abgeschreckt und tendieren dazu, sich selten oder gar nicht damit auseinanderzusetzen. So kümmern sich nur knapp 21 Prozent der Frauen selbst um langfristige Finanzentscheidungen, während ganze 60 Prozent die finanzielle Vorsorge ihren männlichen Partnern überlassen. Umso wichtiger ist es, mehr Wissen über nachhaltige Geldanlagen zu verbreiten. 

Für unseren Revolving Fund begaben wir uns im Mai 2021 auf die Suche nach Investor*innen in Deutschland. Das Ziel: Die Kaffeeernte für das kommende Jahr vorzufinanzieren, um die Kaffeebäuerinnen und -bauern von den hohen Kreditzinsen in Ruanda zu entlasten. Normalerweise müssen die Bäuer*innen bis zu 18 Prozent Zinsen einkalkulieren. Das macht die Kaffeeernte nicht nur unfassbar teuer. Es wird auch Geld „verschwendet“, das anderweitig weitaus sinnvoller investiert werden könnte. 

Im Verlauf unserer Finanzierungsrunde machten wir eine spannende Beobachtung: Die Mehrheit der Personen, die sich am Fund beteiligte, ist weiblich. Grund genug für uns zu fragen: Investieren Frauen anders?

Investieren Frauen anders?

Eine amerikanische Studie fand 2018 heraus, dass nur 41 Prozent der Frauen im Vergleich zu 55 Prozent der Männer in Geldanlagen investieren. Zu den Gründen zählen, dass Frauen weniger Vertrauen in ihre finanziellen Fähigkeiten haben (nur 9 Prozent glauben sie seien bessere Investorinnen als Männer) und über weniger Branchen-Wissen als Männer verfügen (54% vs 71%). Insbesondere am Kapitalmarkt sind Frauen zögerlich. Lieber legen sie ihr Geld in Sparbücher und Tagesgeldkonten an, die sich durch Langfristigkeit und Stabilität auszeichnen. 

Doch Frauen agieren mehr und mehr am Kapitalmarkt – nicht zuletzt dank der wertvollen Aufklärungsarbeit von Frauen und Medien wie Natascha Wegelin (Madame Moneypenny), hermoney und finanzheldinnen. Dabei investieren Frauen besonders gern in nachhaltige Geldanlagen, die einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft oder die Umwelt haben.  So interessieren sich 84 Prozent der Frauen für nachhaltige Investments im Vergleich zu nur 67 Prozent der Männer. Wie kommt das?

Der so genannte Impact Investment Sektor ist diverser und gerechter als der traditionelle Investmentbereich. So arbeiten vergleichsweise mehr Frauen im Impact Investment und besetzen hier auch vermehrt wichtige Führungspositionen. Auch die weibliche DNA scheint hier eine Rolle zu spielen: Da Frauen oftmals Charaktereigenschaften wie Empathie, Vertrauen und Intuition zugesprochen werden und sie diese entsprechend gut ausleben können, vermitteln sie Themen, die ihnen wichtig sind, oftmals auch glaubwürdiger:  “Nachhaltigkeit bedeutet ja, die Bedürfnisse der derzeitigen Generation zu erfüllen, ohne die Chancen der nächsten Generation zu gefährden. Und dieses generationenübergreifende Denken […] sind weibliche Qualitäten.” 

Doch nicht nur charakterliche Eigenschaften, sondern auch persönliche Werte und Ziele sind bei nachhaltigen Geldanlagen für Frauen wichtig. In einer Umfrage des Forbes Magazine gaben 90 Prozent der befragten Frauen an, dass ihre Geldanlagen mit ihren Vorstellungen von Moral und Ethik einhergehen müssen. Zum Vergleich: 51 Prozent der männlichen Investoren haben kein Problem damit, in moralisch bedenkliche Unternehmen wie Zigarettenmarken zu investieren. Anders Frauen – sie vermeiden es eher ihr Geld in derartige Firmen zu investieren. 

Warum investieren Frauen nicht mehr?

Wenn Frauen nun eine so entscheidende Rolle im Impact Investing spielen, was hält sie dann davon ab, noch mehr zu investieren?

Hier greift ein altbekanntes Problem: Die Gender Pay Gap, sprich die Zahlungslücke zwischen Männern und Frauen in Bezug auf das Gehalt. Eine durchschnittliche Frau verdient nur 80 Prozent dessen, was ein Mann mit gleichen Qualitäten verdient. Bäm!

Die Unterschiede im Verdienst wirken sich unmittelbar auf den Wohlstand aus. Mit einem geringeren Einkommen stehen Frauen schlichtweg weniger Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung. Erschwerend kommt hinzu, dass Frauen statistisch gesehen fünf Jahre länger leben als Männer und somit stärker in die Gefahr von Altersarmut zu rutschen drohen. Schließlich muss ihr Vermögen über einen längeren Zeitraum verteilt werden. Fragt man Frauen danach, warum sie noch nicht in Vermögenswerte investiert haben, so ist neben mangelndem Wissen die Nichtverfügbarkeit des notwendigen Kapitals einer der häufigsten Gründe. 

Trotz der vielen Hindernisse, oder gerade deshalb, ist es umso wichtiger, dass Frauen noch aktiver investieren. Die Chancen stehen gut: Die Gender Pay Gap sinkt und besonders die weiblichen Millenials (Frauen, die zwischen 1981 bis 1998 geboren wurden) sind gewillt, aktiv in der Finanzwelt mitzuwirken. Zudem wird vorausgesagt, dass Frauen in den nächsten Jahren einen Großteil des Vermögens ihrer wohlhabenden Eltern erben werden. Das bietet den Frauen die Möglichkeit verstärkt in nachhaltige Geldanlagen zu investieren. 

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